Was unterscheidet nun den VMV von anderen Mopszuchtvereinen im Detail?

1.  Tierärztliche Kontrolle von Anfang an

Unsere Vereinsvorsitzende ist selbst Tierärztin und hat ihr Fachwissen schon vor der Gründung des VMV umfangreich mit eingebracht. Unsere Zuchtordnung wurde von ihr maßgeblich nach neuesten tiermedizinischen und zuchthygienischen Erkenntnissen gestaltet.

Unsere Möpse werden nur zur Zucht zugelassen, wenn sie zuvor folgende Untersuchungen und Tests erfolgreich durchlaufen haben:

1.1. eine tierärztliche Allgemeinuntersuchung nach einem mehrseitigen Protokoll (s.u. Formulare: Allgemeinuntersuchung zur Zuchttauglichkeitsprüfung)

1.2. eine Blut- oder Abstrichuntersuchung auf das Vorliegen des PDE Defektgens im Erbgut, durchgeführt im Laboklin Labor für veterinärmedizinische Diagnostik oder einem anderen dafür zugelassenen Labor

1.3. Erfassung des genetischen Fingerprints

1.4. Röntgenuntersuchung auf Hüftgelenksdysplasie HD

1.5. Röntgenuntersuchung auf Ellenbogengelenksdysplasie ED

1.6. Röntgenuntersuchung auf Keilwirbel

1.7. Palpatorische Untersuchung auf Patellaluxation

1.8. körperlicher Belastungstest (Belastung bei 7 km/h wie beim Joggen oder langsamem Radfahren), der für den Erhalt der Zuchtzulassung alle drei Jahre erneut bestanden werden muss (s.u. Satzungen und Ordnungen: Belastungstest)

1.9. phänotypische Beurteilung anhand eines umfangreichen Protokolls mit Erfassung von Wertungspunkten auf einer Zuchtleistungsprüfung (ZLP) des VMV (s.u. Formulare: Protokoll Zuchtleistungsprüfung)

Nicht nur unsere Zuchthunde werden umfangreich geprüft, sondern auch jeder vom VMV abgegebene Welpe wird tierärztlich nach einem vom VMV vorgegebenen Protokoll untersucht (s.u. Formulare: Wurfabnahme).

2. wissenschaftlich fundiertes Selektionsprogramm

2.1. gegen BAS (Brachycephales Atemnotsyndrom)

Für die phänotypische Ausprägung dieses Syndroms ist eine ganze Reihe von Genen verantwortlich, was die Selektion grundsätzlich schwieriger macht als bei monogenen Erbgängen, die nur auf der Varianz eines Genorts beruhen, da es auf lange Sicht keine Gentests zum Ausschluss der Träger geben wird.

Unsere Selektion gegen BAS beruht auf drei sich ergänzenden Methoden:

1. Vermessung des Schädels

Da unsere Möpse unterschiedlich groß sind, können absolute Zahlen nur wenig aussagekräftig sein. Wir setzen daher die gemessenen Längen zueinander ins Verhältnis, z.B. Nasenlänge zur Gesamtschädellänge (= Schädellängenindex SLI), die Schädellänge zur Schädelbreite (= Schädellängenbreitenindex SLB) und die Nasenlochbreite zur Nasenlochlänge (= Nasenlochindex NLI). Ziel ist es, Möpse mit längerer Nase, nicht so breitem Schädel und weiten Nasenlöchern, also Tiere, die dem Typ des altenglischen Mopses am besten entsprechen, bevorzugt zur Zucht einzusetzen.

2. Belastungstest

Aus Gründen der besseren Vergleichbarkeit führen wir unseren Belastungstest weitgehend nach den Vorgaben des DMC (Deutscher Mopsclub, Mitgliedsverein des VDH) durch, allerdings mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7 km/h und nicht nur von 5.4 km/h wie beim Deutschen Mopsclub. Unsere Zuchttiere müssen also in der Lage sein, ihren Besitzer beim Joggen bzw. langsamem Fahrradfahren zu begleiten. Das brachycephale Atemnotsyndrom tritt oft erst bei älteren Hunden auf und zeigt sich bei jungen Zuchthunden leider noch nicht. Aus diesem Grund muss im VMV e.V. der Belastungstest zum Erhalt der Zuchtzulassung alle drei Jahre erneut bestanden werden. Unseres Wissens hat kein anderer Mopszuchtverein in Deutschland diese strenge Auflage.

3. Zuchtwertschätzung nach der BLUP Methode

Viele gute Hundezuchtvereine anderer Rassen setzen inzwischen die BLUP Methode bei der Zuchtwertschätzung ihrer Hunde an und haben damit beachtliche Erfolge erzielt. Bisher ist jedoch noch kein Mopszuchtverein darunter. Der VMV e.V. hat sich jedoch entschieden, diesen Weg bei der Bekämpfung des BAS konsequent zu Ende zu gehen, obwohl er mit hohen Kosten und Mühen verbunden ist.

Wenn wir den Genotyp der Eltern für alle bei der polygenen Vererbung des BAS beteiligten Genorte genau kennen würden, könnten wir vorhersagen, ob bei einer Anpaarung zweier phänotypisch BAS freier Eltern zu einem gewissen Prozentsatz kranke Welpen entstehen. Leider steht uns diese Information jedoch nicht zur Verfügung. Wir können daher nur schätzen, welchen Genotyp die Eltern haben, indem wir z.B. die SLI Werte (Schädellängenindex Werte) bei ihren Verwandten (z.B. Eltern, Geschwister, Nachkommen) vergleichen. Dieses Verfahren wird Zuchtwertschätzung genannt. Durch sie lässt sich die statistische Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen der von uns gewünschten Allele bei den Elterntieren bestimmen. In einem zweiten Schritt wird dann berechnet, ob und wie stark der Einsatz der ausgewählten Elterntiere zur Zucht das Merkmal SLI im Populationsdurchschnitt verbessern oder verschlechtern wird.

Bei der BLUP  Methode (Best Linear Unbiased Prediction) der Zuchtwertschätzung  handelt es sich um ein kompliziertes mathematisches Verfahren, bei dem jedem Hund unseres Vereins ein spezieller Zuchtwert zugeordnet wird, der aussagt, mit welcher Wahrscheinlichkeit dieser Mops seine guten phänotypischen Merkmale (also weite Nasenlöcher, lange Nase, .längerer Schädel) an seine Nachkommen vererbt. Ein Zuchtwert von 100, z.B. für den Schädellängenindex SLI, bei einem Rüden bedeutet, dass seine Anpaarung den durchschnittlichen SLI Wert in der Population nicht verändert. Ein Zuchtwert für SLI von über 100 heißt, dass durch die Verwendung dieses Rüdens der SLI Durchschnittswert aller Möpse in unserem Verein verbessert wird. Man kann mit einem Rüden mit guten SLI Zuchtwerten (also über 100) etwas schlechter SLI Zuchtwerte (also unter 100) einer Hündin ausgleichen und umgekehrt. Werden die SLI Zuchtwerte von Rüde und Hündin addiert und durch zwei geteilt, sollte der sich ergebene Wert größer als 100 sein, damit es zu einer Verbesserung dieses Merkmals bei den Welpen und damit in der nächsten Generation kommt.   

2.2. gegen PDE (Pug Dog Encephalitis)
Das große Problem bei der Selektion gegen PDE ist, dass nach vorsichtigen Schätzungen, bedingt durch Inzucht und Linienzucht, 25-30 %  der Mopspopulation in Deutschland Einfach- (D/N) – oder Doppelträger (D/D) dieses Defektgens sind. Wir können die betroffenen Hunde nicht alle sofort aus der Zucht nehmen, weil dadurch zu viel wertvolles Genmaterial für andere Merkmale aus der Population genommen würde. Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Ein Mops, der Doppelträger (D/D) für das PDE Gen ist, kann z.B. sehr gute Erbanlagen für eine freie Atmung haben. Nähme man diesen Hund aus der Zucht, würden leider auch seine Gene für freie Atmung  in der nächsten Generation nicht mehr vorhanden sein. Wenn man 25-30 % der Möpse sich nicht mehr fortpflanzen ließe, würde außerdem die genetische Varianz in der nächsten Generation deutlich abnehmen. Der Grad der Inzucht mit all seinen negativen Folgen würde stark ansteigen. Die einzige Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, ist die PDE Gen Träger nicht sofort, sondern erst, wenn sie sich nochmals mit einem PDE freien Hund fortgepflanzt haben, aus der Zuchtpopulation zu entfernen. Auch hierzu ein Beispiel: Wir paaren einen Doppelträger (D/D) für das Defektgen, der aber vollkommen freiatmend ist, mit einem PDE freien Mops (N/N) an. Die Welpen aus dieser Anpaarung tragen immer noch die Gene für eine freie Atmung, sind aber nur noch Einfachträger (D/N) für PDE. Paart man diese Einfachträger (D/N) in der nächsten Generation wieder mit PDE freien Möpsen (N/N), gibt es jeweils eine statistische Wahrscheinlichkeit von 50% für Einfachträger (D/N) und PDE freie Möpse (N/N). Mit diesen PDE freien Tieren, die immer noch die Gene für freie Atmung in sich tragen, können wir dann weiterzüchten. Wir haben die Gene für freie Atmung praktisch auf PDE freie Hunde „umgeschrieben“. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir ein bisher in dieser Weise wohl einmaliges, stufenweises  Zuchtprogramm zur Elemination des PDE Gens aus der Population in unserer Zuchtordnung aufgenommen:

Ab sofort gilt: Heterozygote (D/N)  und homozygote  (D/D) Träger des Defektgens dürfen ausschließlich mit freien Tieren (N/N) verpaart werden, so dass die PDE phänotypisch bei den Welpen nicht mehr auftreten kann. Defektgen freie (N/N) Hunde werden auf den Zuchtschauen des VMV e.V. bevorzugt ausgezeichnet.

Ab August  2015:  erhalten für das Defektgen homozygote (D/D) Rüden keine neue Zuchtzulassung mehr. Bereits zur Zucht zugelassene Doppelträger (D/D) für das Defektgen sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Ab  August 2016: erhalten für das Defektgen heterozygote Rüden (D/N) keine neue Zuchtzulassung mehr. Bereits zur Zucht zugelassene Einfachträger (D/N) für das Defektgen sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Ab August 2017:  erhalten für das Defektgen homozygote (D/D) Hündinnen keine neue Zuchtzulassung mehr. Bereits zur Zucht zugelassene Doppelträgerinnen (D/D) sind von dieser Regelung  nicht betroffen.

Ab August 2018: erhalten für das Defektgen heterozygote (D/N) Hündinnen keine neue Zuchtzulassung mehr. Bereits zur Zucht zugelassene Einfachträgerinnen (D/N) sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Ab August 2019:  verlieren alle homozygoten (D/D) und heterozygoten (D/N) Träger und Trägerinnen des Defektgens die Zuchtzulassung. Die PDE ist somit aus der Mopspopulation des VMV e.V. vollständig eliminiert.

2.3. gegen Keilwirbel
Da das Vorkommen von Keilwirbeln auf nur wenige Hunde in der Zuchtpopulation beschränkt ist, ist es hier - anders als bei PDE -  kein Problem, diese Möpse sofort aus der Zucht zu nehmen. Die genetische Vielfalt in der nächsten Generation wird dadurch nur unwesentlich verringert.

2.4. gegen Hüftgelenksdysplasie (HD)
Leider ist es nicht möglich, auf alle Merkmale zugleich zu selektieren. Wie schon in der Rubrik Zuchtziele dargelegt, würde sonst die genetische Vielfalt in der nächsten Generation zu stark eingeschränkt. Der VMV hat sich entschieden, vorrangig die großen Probleme in der Mopszucht BAS (Brachycephales Atemnotsyndrom) und PDE (Pug Dog Encephalitis) züchterisch anzugehen. Außerdem selektieren wir gegen Keilwirbel. Eine starke Selektion gegen Hüftgelenksdysplasie ( HD) ist im Moment nicht primäres Zuchtziel des VMV. Wir setzen auch noch Möpse mit HD Grad C (leichte HD) zur Zucht ein. Diese verpaaren wir allerdings nur mit HD freien Tieren.

Wir denken, dass sich dieses Vorgehen rechtfertigen lässt, da die Hüfte des Mopses deutlich weniger Gewicht zu tragen hat als z.B. die Hüfte eines Schäferhundes. Daher laufen Möpse mit HD Grad C völlig beschwerdefrei. Trotzdem werden wir das Problem HD weiter im Auge behalten und entsprechende züchterische Maßnahmen ergreifen, falls das erforderlich werden sollte und wir bis dahin bei der Selektion gegen PDE und BAS die ersten Erfolge erzielt haben.

Noch etwas ist bei uns anders als in anderen Mopszuchtvereinen: Auf ausdrücklichen Wunsch des Besitzers darf im VMV das HD Röntgen  auch ohne Narkose erfolgen, da eine Sedierung mit einem nicht gänzlich auszuschließenden Risiko für den Hund verbunden ist und außerdem den Mops psychisch belastet bzw. sein Wohlbefinden für eine gewisse Zeit einschränkt. Viele Züchter haben bisher aus diesem Grund, vom HD Röntgen abgesehen und lieber einen Zuchtverein mit weniger strengen Auflagen gewählt. Das ist schade, weil darunter sehr engagierte Mopsliebhaber sind, die sonst gerne alles für die Zucht gesunder Möpse tun würden. Da bei uns der Tierschutz an erster Stelle steht, verstehen und teilen wir die Sorge um ihre Lieblinge und wollen diesen Züchtern trotzdem die Teilnahme an unserem Zuchtprogramm ermöglichen. Wir denken, dass sich der Verzicht auf Narkose und Muskelrelaxation beim HD Röntgen aus folgenden Gründen rechtfertigen lässt:

Die korrekte Lagerung eines kleinen Hundes zum Röntgen ist wesentlich einfacher als bei großen und kräftigen Hunden, die einen wesentlich stärkeren Gegendruck bei der Rotation des Oberschenkelkopfes aufbringen. Daher ist die fachgerechte Lagerung zur HD Aufnahme bei den meisten Möpsen auch ohne Muskelrelaxation möglich.

Wir benötigen keine ganz so exakte Differenzierung zwischen den Schweregraden der HD  wie Züchter großwüchsiger Hunde, weil wir nur Hunde mit schwereren HD Formen von der Zucht ausschließen.

Auf dem Untersuchungsprotokoll muss der Tierarzt kennzeichnen, ob mit oder ohne Narkose geröntgt wurde. So können wir bei der Zuchtwertschätzung eines Hundes berücksichtigen, dass die Genauigkeit der HD Klassifizierung bei Röntgenaufnahmen ohne Muskelrelaxation eventuell geringer sein kann.

3. Maßnahmen zur Erhöhung der genetischen Variabilität in der Mopspopulation

3.1. Verbot der Linienzucht und der Inzucht
Um auf bestimmte vom Menschen als schön empfundene Merkmale zu züchten, wurde und wird in vielen Hundezuchtvereinen Linienzucht betrieben, d.h. verwandte Tiere mit den erstrebenswerten Merkmalen immer wieder miteinander verpaart. Eine Verbesserung der körperlichen Fitness unserer Möpse lässt sich durch Linienzucht jedoch keinesfalls erreichen. Im Gegenteil: Je höher nämlich der Inzuchtgrad in der Population wird, desto öfter liegen Defektgene nicht nur auf einem Chromosom sondern auf beiden und treten so phänotypisch zu Tage. Diesen Effekt bezeichnet man als Inzuchtdepression. Ein gutes Beispiel dafür ist die Anreicherung des PDE Gens in unserer heutigen Mopspopulation. Würde das PDE Gen nur sehr selten vorkommen, wäre auch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es sowohl auf dem väterlichen als auch auf dem mütterlichen Chromosom liegt und damit die Wahrscheinlichkeit für das klinische Auftreten von PDE bei unseren Möpsen sehr gering. Je höher also der Inzuchtgrad in einer Population, desto größer ist die Gefahr, dass erbkranke Welpen geboren werden. Wir lehnen daher Linienzucht als eine Form der Inzucht konsequent ab. Grundsätzlich sollte bei einer Verpaarung berücksichtigt werden, dass der Inzuchtkoeffizient so gering wie möglich ist. Inzestverpaarung zwischen Eltern und Kindern, sowie Geschwisterverpaarung und Verpaarungen zwischen Großeltern und Enkelkinder sind im VMV nicht erlaubt. Ein Name darf  nicht zweimal bei Eltern, Großeltern und Urgroßeltern in der Ahnentafel des zu zeugenden Welpen erscheinen.

3.2. Begrenzung der Wurfzahl der Hündinnen und der Zahl der Deckakte der Rüden
Um die genetische Varianz in der nächsten Generation zu erhalten, dürfen sich nicht bestimmte Einzeltiere sehr viel mehr fortpflanzen als die übrigen Tiere der Population. Auch dazu ein einfaches Beispiel: Wir haben einen Superrüden, der all unseren züchterischen Anforderungen genügt. Nennen wir ihn einmal Nero. Wenn Nero nun ein Viertel aller fortpflanzungsfähigen Hündinnen unserer Population deckt, dann sind in der nächsten Generation statistisch gesehen 25 % der Möpse Söhne und Töchter von Nero. Diese Kinder von Nero können nicht wieder miteinander verpaart werden. Die genetische Varianz der Population ist um 25 % gesunken, die Gefahr, keine nicht verwandten Möpse zur Anpaarung zu finden und damit die Gefahr der Inzucht steigt.

3.3. offenes Zuchtbuch
Eigentlich haben wir in Deutschland eine große Anzahl zuchtfähiger Möpse. So wurden z.B. allein im Jahre 2011 beim VDH  693 Mops-Welpen registriert, wozu sicher noch einmal die gleiche Zahl Mopswelpen von nicht im VDH organisierten Vereinen kommt. Zwar werden nicht alle diese Welpen in die Zucht gehen, aber doch eine beträchtliche Anzahl davon. Der Genpool der Mopspopulation in Deutschland wäre also an sich ganz beachtlich. Leider hilft das jedoch nicht viel, weil die meisten Vereine nicht erlauben, dass ihre Rüden Hündinnen aus fremden Vereinen decken oder dass ihre Hündinnen von Rüden, die nicht im eigenen Verein registriert sind, gedeckt werden. Auf diese Weise entstehen künstliche durch die weitere Aufspaltung der Zuchtvereine immer kleiner werdende Subpopulationen, in denen eine Verpaarung ohne Inzucht kaum noch möglich ist.Wir im VMV gehen daher mit gutem Beispiel voran und führen ein offenes Zuchtbuch. Wir stellen unsere Deckrüden gerne anderen Zuchtvereinen zur Verfügung. Auch unsere Hündinnen dürfen von Deckrüden anderer Vereine belegt werden, wenn diese Rüden unseren Zuchtanforderungen entsprechen. Wir hoffen sehr, dass immer mehr Mopszuchtvereine unserem Beispiel folgen und ihre Zuchtbücher für vereinsfremde Möpse öffnen.

3.4. Importe von hochwertigen Zuchttieren aus dem Ausland
Auch im europäischen Ausland und in Amerika gibt es sehr gute Zuchttiere. Um die genetische Varianz der Mopspopulation in Deutschland zu erhöhen, werden wir versuchen, hochwertige Möpse von renommierten Züchtern im Ausland zu erwerben und so frisches Blut in die deutsche Mopszucht zu bringen. Nationalismus ist in der Mopszucht sicher der falsche Weg!

3.5. Zulassung verschiedener Farbvarianten
Es gibt bei den Möpsen nicht nur die  vom VDH anerkannten Farben beige mit Maske und schwarz, sondern es treten auch eine Vielzahl anderer Farbvarianten auf: apricot, steingrau, silbergrau, weiß, brindle um nur einige zu nennen. Oft stammen diese Farben aus ausländischen Zuchtlinien. Es gibt heiße Diskussionen darüber, ob Möpse dieser Farben wirklich „rasserein“ sind oder ob irgendwann einmal Einkreuzungen rassefremden Blutes erfolgt sind. Aber selbst wenn diese Einkreuzungen in früheren Generationen einmal stattgefunden haben sollten, so ist doch seitdem wieder auf reinrassige Möpse zurückgekreuzt worden, so dass ein eventueller Fremdrasseanteil heute so verschwindend gering sein dürfte, dass er nicht mehr nachzuweisen sein wird. Auf jeden Fall tragen die verschiedenen Farbschläge zur genetischen Varianz der Mopspopulation bei. Daher heißt im VMV die Devise: „Ein guter Mops hat keine Farbe“. Dies gilt allerdings nur für Farben, die nicht an die Vererbung von Defektgenen gekoppelt sind.

4. Tierschutz immer an erster Stelle

Wir wollen damit natürlich nicht sagen, dass in anderen Mopszuchtvereinen der Tierschutz nicht auch eine bedeutende Rolle spielt, aber wir haben auch hier vielleicht noch etwas strengere Auflagen als viele andere Zuchtvereine:

4.1.
Wir haben die Forderungen des Dortmunder Appells gegen Qualzucht www.dortmunder-appell.de  in allen Punkten in unserer Zuchtordnung umgesetzt.

4.2.
Umfangreiche Schulung unserer Züchter durch im VMV vorgeschriebene vereinsinterne und/oder externe Seminare

4.3.
Genaue, in unserer Zuchtordnung festgelegte Vorschriften zur Sozialisation der Welpen. Dazu ein Auszug aus unserer Zuchtordnung: „ Bei der Aufzucht von Welpen ist sicherzustellen, dass ausreichend Platz vorhanden ist und die Welpen in das Familienleben eingebunden sind. Die Welpen sollen durch ständigen Kontakt mit Menschen, erwachsenen Hunden und gegebenenfalls anderen Tieren sowie durch das Kennenlernen von Alltagsverrichtungen im Haushalt und häufiges Spielen optimal sozialisiert werden“

4.4.
Ein Züchter darf nicht mehr als zwei Würfe gleichzeitig aufziehen, da sonst die Gefahr besteht, dass er nicht ausreichend Zeit hat, sich um jeden einzelnen Welpen zu kümmern.

4.5.
Begrenzung der Lebenswurfzahl einer Hündin auf fünf.

4.6.
Der Züchter darf generell seine Hunde nur in sehr gute Hände und mit VMV Kaufvertrag abgeben. Die Eignung des Käufers zur Hundehaltung hat der Züchter nach bestem Wissen und Gewissen zu prüfen. Siehe dazu auch unsere Rubrik „Anforderungen an den Welpenkäufer“

4.7.
Der Züchter verpflichtet sich, seine verkauften Hunde lebenslang zurückzunehmen, wenn der Käufer sie, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr halten kann. Sollte der Züchter selbst dazu nicht in der Lage sein, weil sich seine Lebensumstände geändert haben oder er inzwischen verstorben ist, hat sich ein anderes Vereinsmitglied um die Aufnahme oder Vermittlung des Hundes in gute Hände zu kümmern. Kein VMV-Mops darf in einem Tierheim landen!

4.8.
Unterstützung des Vereins Mops-Engel e.V.: Wir helfen Möpsen in Not, neue liebevolle Besitzer zu finden oder mit Geld für lebensnotwendige Operationen.